Was ist Rechenschwäche?

Zuallererst: Rechenschwäche hat nichts mit Dummheit oder Minderbegabung im mathematischen Bereich zu tun. Sie ist gut therapierbar und kann bei normaler Intelligenz und normaler Lernbereitschaft in den allermeisten Fällen behoben werden.

Aber was ist Rechenschwäche genau?
Meine Tochter (damals 3. Klasse) sagte: «Rechenschwäche ist, wenn jemand Mathe lernen soll, aber die Sachen, die man immer zum Rechnen braucht, einfach nicht versteht.»

Das ist gar nicht so falsch, denn:
Rechenschwache Schüler oder Erwachsene haben Lücken im mathematischen Verständnis, die meist bis in den Anfangsunterricht der Grundschule zurückreichen. In der Folge ist/war es für sie nicht möglich, die darauf aufbauenden Unterrichtsinhalte zu verstehen.

Die betroffenen Schüler leiden unter ihrem Versagen im mathematischen Bereich. Umso mehr, als eine Rechenschwäche sich nicht auswächst. Ganz im Gegenteil, die Probleme verstärken sich in der Regel von Schuljahr zu Schuljahr. Deshalb ist es empfehlenswert, bei Verdacht auf eine Rechenschwäche möglichst früh geeignete Fördermaßnahmen zu ergreifen. Aber auch bei älteren Schülern ist es unbedingt angezeigt (und aussichtsreich!), mit einer Förderung zu beginnen. Lassen Sie sich beraten!

Auch von Rechenschwäche betroffene Jugendliche und Erwachsene können Mathematik durch geeignete therapeutische Maßnahmen nachträglich neu erlernen und Sicherheit im Umgang mit den mathematischen Anforderungen in Beruf und Alltag erlangen.

Symptome (Beispiele)

Zählendes Rechnen: Im ersten Schuljahr ist es normal, wenn Kinder beim Rechnen zählen. Wenn sie dies auch noch im zweiten
Schuljahr oder später tun, dann könnte das ein Hinweis auf Rechenschwäche sein.

Erklärungen werden nicht verstanden, vermehrtes Üben oder Nachhilfeunterricht helfen nicht oder nur kurzzeitig.

Die Schülerin/der Schüler rechnet schematisch ohne sicheres Verständnis dafür, worum es eigentlich geht. Man erkennt dies
häufig auch daran, dass bereits bei geringfügig veränderter Aufgabenstellung Schwierigkeiten auftreten.

Gelerntes gerät im Fach Mathematik schnell wieder in Vergessenheit, während dies in anderen Schulfächern/Lebensbereichen
nicht der Fall ist.

Das Fach Mathematik stellt eine große Belastung dar und ist angstbesetzt.


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Edelgard Jüttner, Dyskalkulietherapeutin